Schlüsselbeinbruch (Clavikulafraktur)

Die Clavikulafraktur ist nach dem Bruch des Radius der zweithäufigste Knochenbruch beim Menschen. Sie entsteht bei einem Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm, selten nach einem direkten Trauma. Am häufigsten tritt diese Form des Knochenbruchs bei Kindern (etwa die Hälfte aller Clavikulafrakturen) und Jugendlichen oder allgemein bei der Ausübung von körperkontaktbetonten Sportarten auf, zusätzlich bei Sportarten wie Ski- oder Snowboardfahren, Radfahren und Reiten.

Das erste Symptom des Schlüsselbeinsbruchs ist eine sicht- und tastbare Schwellung oder Stufenbildung im Verlauf des Knochens. Begleitend finden sich Druck- und Bewegungsschmerzhaftigkeit. Der Patient zeigt eine deutliche Schonhaltung der betroffenen Schulter. Die Diagnose wird durch eine Röntgenuntersuchung bestätigt.

Mit Ausnahme der weiter unten aufgeführten Bruchformen genügt zur adäquaten Behandlung in der Regel eine 4-6-wöchige relative Ruhigstellung (bei Kindern 3-4 Wochen) in einem sogenannten Rucksackverband. Unter dieser Therapie verheilen nur ca. 10 % der konservativ behandelten Frakturen nicht oder nicht vollständig – es entsteht eine Pseudarthrose („Falschgelenk“)

Schlüsselbeinbruch
Schlüsselbeinbruch

Operationstechnik

Eine Operation ist notwendig bei ausgeprägter Dislokation der Fragmente, Mehrfragmentfrakturen, drohender Durchspießung der Haut oder begleitenden Gefäß-/Nervenverletzungen. Auch beim Versagen der konservativen Therapie wird operativ vorgegangen.

Hierbei wird der Bruch mittels einer sogenannten Plattenosteosynthese stabilisiert. Die Überbrückung der Fraktur erfolgt über eine Metallplatte, welche mit mehreren Schrauben im Knochen verankert wird. Bei Kindern und Jugendlichen hat sich alternativ die Versorgung durch einen in den Markraum der Clavikula eingebrachten sogenannten Prevot-Draht bewährt. Beide Operationsverfahren werden unter intraoperativer Röntgenkontrolle durchgeführt. Dadurch wird die optimale Korrekturstellung der Fraktur gewährleistet.

CT-Bild einer mit Plattenosteosynthese versorgten Clavikulafraktur

Nachbehandlung

Eine evtl. eingebrachte Drainage wird am 1. postoperativen Tag entfernt und der Arm bis zur abgeschlossenen Wundheilung in einem Gilchrist-Verband ruhiggestellt, wobei Pendelübungen sofort erlaubt sind. Das Entfernen der Hautnähte erfolgt am 12.-14. Tag, danach sollte die normale Funktion des Armes schmerzabhängig geübt werden. Arbeiten über der Horizontalen sollten für 6-8 Wochen vermieden werden.
Die Entfernung der Metallplatte erfolgt frühestens nach 18 Monaten, die des Drahtes kann bereits nach ca. 3-6 Monaten durchgeführt werden.