Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

großes Kalkdepot im Bereich der Rotatorenmanschette

Die sog. Kalkschulter wird definiert als Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette, welche durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden kann. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen. Die Erkrankung tritt v.a. im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf und betrifft vorwiegend Frauen.

Typischerweise finden sich wechselnde Phasen vollkommener Schmerzfreiheit und hochakuter Schmerzhaftigkeit. Das Kalkdepot innerhalb der Muskulatur kann unterschiedliche Ausdehnungen annehmen. Manchmal löst es sich innerhalb von Monaten von alleine auf, was die teilweise Spontanheilung von Schulterschmerzen erklärt. Zum Teil kann auch eine Spritze in die Nähe des Depots dessen Auflösung anregen. Bleibt der Schmerz jedoch bestehen, kann die sogenannte Stoßwellentherapie helfen. Als letzte Therapieoption bleibt die arthroskopische Operation.

Operationstechnik

Sollten konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, wird die arthroskopische Entfernung des Kalkdepots durchgeführt. Zunächst wird bei der Spiegelung des Subacromialraumes das Kalkdepot lokalisiert, indem man mit einer Nadel die Rotatorenmanschette „abtastet“, bis sich in der Nadelspitze Kalk befindet. In diesem Bereich wird die Sehne mit einem Skalpell in Faserrichtung eingeschnitten. Hierbei kommt es bereits zu einer Entleerung des Kalkdepots. Mit einem scharfen Löffel und motorbetriebenen Instrumenten wird der sichtbare Kalk entfernt. Der Schnitt in der Sehne wird belassen und heilt problemlos ab. In Abhängigkeit vom Röntgenbild, von den Beschwerden und vom intraoperativen Befund kann anschließend in Ausnahmefällen zusätzlich eine arthroskopische subacromiale Dekompression durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Ab dem ersten postoperativen Tag darf die Schulter im schmerzfreien Bereich unter physiotherapeutischer Anleitung aktiv und passiv bewegt werden. Dies ist auch notwendig, um Verklebungen und Verwachsungen vorzubeugen. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist nach 3-4 Wochen möglich. Bei Patienten mit schwerer körperlicher Arbeit oder vorwiegend Überkopfarbeit verlängert sich die Rehabilitationsphase auf ca. 6 Wochen. Mit Eintritt der Arbeitsfähigkeit ist in der Regel auch eine Wiederaufnahme der Freizeitaktivitäten möglich. Bzgl. des Zeitpunkts der Wiederaufnahme der individuellen Sportart sollte deren spezifische Belastung für den Schultergürtel berücksichtigt werden.