Knochendichtemessung bei Osteoporose

Der Begriff Osteoporose leitet sich von den altgriechischen Wörtern „oστέον“ für Knochen und „πώρος“ für Tuffstein ab. Dieser Vergleich mit der zu Stein gewordenen Vulkanasche bezeichnet das Krankheitsbild der Osteoporose sehr treffend. Gemäß der Definition der WHO ist die Osteoporose eine Erkrankung, charakterisiert durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes, welche zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und somit zu einem Anstieg des Frakturrisikos führt.

In Deutschland leiden insgesamt 7,8 Millionen Menschen an Osteoporose, davon sind über 80% Frauen. Jedes Jahr erleiden 4-5% dieser Menschen z.T. bereits bei alltäglichen Belastungen eine Fraktur. Hierzulande sind aktuell 26% der Bevölkerung über 50 Jahren von Osteoporose betroffen. Aufgrund des demographischen Wandels werden es in 10 Jahren knapp 40 % sein.

Vergleich gesunder-osteoporotischer Knochen

Knochen ist ein lebendiges Gewebe und befindet sich in einem stetigen Auf- und Abbau. Die Aktivität der knochenauf- und -abbauenden Zellen wird u.a. durch körpereigene Sexualhormone wie Östrogene und Androgene reguliert. Diese Prozesse können im Laufe des Lebens mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ablaufen. Etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau. Bei Frauen kommt noch ein weiterer Einflußfaktor hinzu. In und nach den Wechseljahren produziert der Körper nämlich immer weniger knochenschützendes Östrogen. Häufig schreitet der Schwund an Knochenmasse dann vergleichsweise rasch voran.

Neben Lebensalter und den hormonellen Veränderungen, welche u.a. die Wechseljahre mit sich bringen, können weitere Faktoren das Risiko für eine Osteoporose erhöhen. Einige davon sind im Folgenden beispielhaft aufgeführt:

  • Geschlecht: Frauen sind häufiger bzw. in einem früheren Lebensalter betroffen als Männer
  • unzureichende Versorgung mit Kalzium bzw. Vitamin D über die Ernährung
  • Untergewicht
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • unzureichende körperliche Aktivität (Muskeltraining regt die Knochenbildung an)
  • Nikotinkonsum
  • Erkrankungen des Hormonsystems (z. B. Überproduktion des körpereigenen Kortisons, unzureichende Produktion von Sexualhormonen o.ä.)
  • gestörte Magen-/Darmfunktion, die zu einer Mangelversorgung mit Nährstoffen führt (z. B. Darmerkrankungen wie M. Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Kortisonpräparate

Osteoporose verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Das macht es so schwer, sie rechtzeitig zu erkennen. Oft wird das Problem erst beachtet, wenn Betroffene plötzlich wegen aufgetretener Knochenbrüche starke Schmerzen haben oder deutlich an Körpergröße verlieren. Weitere Zeichen können u.a. ein Rundrücken („Witwenbuckel“) und diffuse Knochenschmerzen sein.

DXA-Knochendichte-Meßgerät

Als zuverlässiger Indikator für die Osteoporose dient der mineralische Gehalt der Knochensubstanz – die Knochendichte. Sie wird mit Hilfe gering dosierter Röntgenstrahlen gemessen. Dabei wird ein Wert ermittelt, der sogenannte T-Wert. Dieser ist ein wesentliches Kriterium für die Diagnose einer Osteoporose. Die Basisdiagnostik umfaßt dann zusätzliche Blutuntersuchungen sowie bei Verdacht auf einen Knochenbruch (z.B. ein Wirbelkörpereinbruch) zusätzlich auch Röntgenaufnahmen.
Die häufigste Folge einer Osteoporose sind Knochenbrüche. Diese sind oftmals schmerzhaft und können bis hin zu schweren Bewegungseinschränkungen oder Pflegebedürftigkeit führen

Wenn Menschen Brüche aufgrund einer Osteoporose haben, sind meist die Wirbelkörper, der Oberschenkelhals oder das Handgelenk betroffen. Häufig leiden die Betroffenen dann unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, je nach Schweregrad der Fraktur kann auch eine operative Versorgung unumgänglich werden. Knochenbrüche können so zumindest zeitweise pflegebedürftig machen und dann durch Folgeerkrankungen wie eine Lungenentzündung oder eine Lungenembolie sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Für die Behandlung der Osteoporose stehen heute wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, die das Knochenbruchrisiko senken und die Knochendichte sogar wieder steigern können. Sport, Aufenthalte im Freien durch die damit verbundene UV-Strahlung und eine gesunde Ernährung (v.a. Vitamin D und Calcium) wirken sich unterstützend aus. Die oben aufgeführten Risikofaktoren sollten – sofern möglich – konsequent vermieden werden.