Kinesiotaping

Bei den bisher angewandten konventionellen Tapemethoden kannte man kein dehnbares Material. Es wurde mit dem herkömmlichen Tape die Immobilisation der Gelenke und die Einschränkung der Bewegungsabläufe beabsichtigt. Dabei nahm man zirkulatorische Stauungen, welche für den natürlichen Heilungsprozeß eher hinderlich waren, in Kauf.

Das Kinesiotape wurde ca. 1980 in Japan entwickelt. Seither hat es im Bereich der rehabilitativen sowie der Sportmedizin seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Endgültig ins Rampenlicht getreten ist diese Methode im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sowie der Olympischen Spiele 2008 in China, als es von zahlreichen Spitzenathleten angewandt wurde.

In der orthopädischen Praxis klagt eine Vielzahl der Patienten über Schmerzen im Schulter-, Nacken- oder Lendenwirbelbereich.

Ob Patienten nun chronische oder akute Schmerzen haben – die Beweglichkeit ist meistens deutlich schmerzhaft eingeschränkt, teilweise werden auch ausstrahlende Schmerzen angegeben. Lokal lassen sich häufig druckschmerzhafte Punkte (Triggerpunkte) ausmachen. Die Muskulatur ist begleitend dazu nahezu immer verspannt. Durch Kinesio Taping mit jeweils spezieller Klebetechnik sind die Patienten beschwerdegebessert und können sich besser bewegen.

Die Kinesio-Taping-Methode verleiht Muskeln und Gelenken Stabilität, gleichzeitig bleibt aber auch die volle Beweglichkeit erhalten. Somit ist die uneingeschränkte Teilnahme an sportlichen wie auch Aktivitäten des täglichen Lebens möglich. Dabei kann das Tape mehrere Tage problemfrei getragen werden.

Grundlagen

Die Rückseite des Tapes ist mit einem hautverträglichen Acrylkleber beschichtet. Seine Dehnbarkeit ist mit der unserer Haut vergleichbar. Es besteht aus Baumwolle und ist so beschaffen, daß Schweiß ungehindert abgegeben werden kann und die Haut nicht irritiert wird.

Bei Entzündungen oder Reizungen von Muskel- und Sehnengewebe wird der Raum zwischen Haut und Muskulatur eingeengt. Diese Einengung verzögert den regulären Lymphabfluß und beeinflußt auch die lokalen Schmerzrezeptoren negativ.

Durch Aufbringen des Kinesiotapes werden die Hautschichten angehoben, der lymphatischen Abfluß somit unterstützt und die Durchblutung im betroffenen Gewebe verbessert. Nachweislich kommt es auch zu einer Aktivierung lokaler Nervenfasern.