Akupunktur

Bereits seit längerem untersuchen westliche Wissenschaftler die Wirkung der Akupunktur intensiv und konnten in vielen Untersuchungen nachweisen, daß diese chinesische Heilmethode bei einer Fülle von Erkrankungen hilft. Und dies oft gerade dann, wenn eine herkömmliche Behandlung erfolglos bleibt.

Akupunktur ist insbesondere bei orthopädischen Patienten mit folgenden Beschwerden wirksam:

  • Fibromyalgie,
  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule,
  • Bandscheibenvorfall,
  • Sehnen- und Gelenkerkrankungen,
  • Tennisellenbogen,
  • Kniegelenkschmerzen,
  • Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen,
  • Arthroseschmerzen.

Grundlagen

Was genau bei einer Akupunktur im Körper abläuft, ist wissenschaftlich noch nicht restlos aufgeklärt. Dank moderner wissenschaftlicher Untersuchungsverfahren konnten in den letzten Jahren jedoch zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden.

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, daß das Nadeln bestimmter Akupunkturpunkte spezielle Wirkungen entfaltet, so beispielsweise die Linderung von Übelkeit und Erbrechen, Verminderung der Schmerzempfindlichkeit oder Förderung der Wehentätigkeit. Die heilende Wirkung kommt u.a. dadurch zustande, daß der stimulierende Reiz der Nadeln im zentralen Nervensystem eine vermehrte Ausschüttung körpereigener, schmerzlindernder Substanzen bewirkt.

Mit modernen Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie lässt sich die Wirkung der Akupunktur auf den Stoffwechsel im Gehirn eindeutig nachweisen: In jenen Hirnbereichen, die mit den stimulierten Akupunkturpunkten in Verbindung stehen, zeigt sich eine stark erhöhte Aktivität.

Große wissenschaftliche Studien belegen, dass die Akupunktur bei einer Reihe weit verbreiteter Erkrankungen wie Heuschnupfen, Tennisellbogen, allergischem Asthma oder chronischen Wirbelsäulenleiden den herkömmlichen medizinischen Therapien klar überlegen ist.

Die weltweit größten Untersuchungen, die ART- und GERAC-Studie mit mehr als 250.000 Patienten wurden in Deutschland durchgeführt. Sie ergaben, daß Akupunktur bei chronischen Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen (z.B. infolge einer Arthrose) in drei von vier Fällen zu einer deutlichen und lang anhaltenden Schmerzlinderung führt. Die Studien zeigen, daß Akupunktur bei diesen Beschwerden genauso gut oder sogar besser wirkt wie herkömmliche Therapien (Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen).

Therapie

Viele Akupunkturpunkte befinden sich auf unsichtbaren Energiebahnen, den sogenannten Meridianen. Häufig liegen sie aber auch in Haut- und Muskelzonen in der Nähe des Schmerzes oder der erkrankten Organe.

Bei der Behandlung werden feine Einmalnadeln in diese Punkte gestochen, was kaum schmerzhaft ist. Die Nadeln verbleiben dort etwa 20 bis 30 Minuten und können ihre heilsame Wirkung entfalten. Dabei empfinden die meisten Patienten die Akupunktur – nicht selten schon bei der ersten Behandlung – als wohltuend, entspannend und oft verblüffend schnell wirksam.

Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin wird durch den Nadelreiz der Energie („Qi“)-Fluß angeregt und reguliert. Blockaden und Störungen lösen sich auf. Meist genügen bei akuten Erkrankungen einige wenige Akupunktursitzungen, bei chronischen Krankheiten können aber deutlich mehr Behandlungen notwendig sein – je nach Krankheitsbild und körperlicher Verfassung des Patienten.