Tendovaginitis stenosans de Quervain

Das erste Strecksehnenfach mit den darin verlaufenden Sehnen

Die Erkrankung tritt typischerweise im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern auf. Es handelt sich dabei um eine schmerzhafte Reizung der Daumenstrecksehnen und ihres Gleitgewebes im 1. Strecksehnenfach. Das verdickte Sehnenscheidengewebe und das ggf. auch verdickte Sehnengewebe führen zur Einengung des Sehnenfaches. Ursächlich können knochenbruchbedingte Veränderungen des Sehnenfachs, Überbeanspruchung oder entzündliche (auch rheumatische) Veränderungen sein.

In der Folge finden sich Schmerzen des daumenseitigen Handgelenkes, die bis in den Unterarm ziehen können. Die Beschwerden treten meist bei Belastung und beim Abspreizen des Daumens auf. Auch ein Reiben im Bereich des Strecksehnenfaches kann vorhanden sein. Das Handgelenk weist auf der Daumenseite eine Schwellung auf und ist lokal sehr druckempfindlich. Beugt der Untersucher das Handgelenk zusammen mit dem in der Faust eingeschlossenen Daumen in Richtung Kleinfinger, so verspürt der Betroffene oft einen lokalen einschießenden Schmerz. Man spricht dann von einem positiven Finkelstein-Zeichen.

Am Anfang der Therapie stehen konservative Versuche mit lokaler Injektionstherapie, physikalischen Maßnahmen und ggf. Ruhigstellung mittels einer speziellen Schiene. Sollten diese nicht zum Erfolg führen, bleibt letztendlich nur eine operative Vorgehensweise.

Operationstechnik

Über dem ersten Strecksehnenfach wird ein gerader Hautschnitt angelegt. In der Tiefe wird das Fach freigelegt und gespalten. Ggf. wird entzündlich verändertes Gewebe mit entfernt. Besonders achten muß man auf zusätzlich abgetrennte Fächer sowie mehrgeteilte Sehnen – alles muß freigelegt, sämtliches störende Gewebe entfernt werden. Nach anschließender gründlicher Wundspülung erfolgt lediglich eine Hautnaht.

Nachbehandlung

Das Tragen einer Schiene ist postoperativ nicht nötig, alle Finger dürfen sofort frei bewegt werden. Die Entfernung des Nahtmaterials erfolgt am 8.-10. postoperativen Tag. Evtl. Narbenbeschwerden verschwinden weitgehend innerhalb der ersten 6-8 Wochen.